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Das Bildstöckl vor dem Burgtor: Die vierkantige Bildsäule aus Nagelfluhstein mit der Audorfer Mutter Gottes, an deren unterem Teil die Jahreszahl 1757 eingemeißelt ist, erinnert wahrscheinlich an ein Gemetzel zwischen Österreichern und Bayern während des
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Oberaudorfer Sagenschatz auf österreichischer Internetseite


Oberaudorf - Zahlreiche Sagen und Legenden ranken sich um Oberaudorf und Umgebung. Der ehemalige Oberaudorfer Oberlehrer Max Einmayr hat sie in der Sammlung «Inntaler Sagen» für die Nachwelt erhalten. Leider ist das Buch derzeit nicht mehr im Buchhandel erhältlich und so droht der Oberaudorfer Sagenschatz einmal mehr in Vergessenheit zu geraten - wären da nicht die Österreicher...

Auf der Internetseite «sagen.at» sind die Geheimnisse und Mythen der Region für jeden abrufbar. In der Kategorie «Sagen aus dem bayerischen Inntal» erfährt man beispielsweise von der letzten Oberaudorfer Hinrichtung, die sich Anfang des 19. Jahrhunderts vollzog: Damals musste zum letzten Male ein Verbrecher vom Gefängnis im Oberaudorfer Burgtor den Armsünderweg zur Richtstätte hinausgehen, um am Galgen sein Leben auszuhauchen. Doch der Verurteilte hatte Glück: Der Galgenstrick riss und der Mann suchte eiligst das Weite, die verblüffte Zuschauermenge hinter sich lassend. Als er am Innufer entlanglief, begegnete ihm ein Weiblein, das es besonders eilig hatte. Schnaufend fragte die Alte den ihr Entgegenkommenden: «Was meinst, komm ich noch recht zur Hinrichtung in Audorf?». Darauf bekam sie zur Antwort: «Nein! Da bist schon zu spät dran. Aber ich wär beinahe zurecht gekommen.»

Noch viel mehr spannende Oberaudorfer Geschichten findet man auf der österreichischen Internetseite: Über die dramatischen Begebenheiten rund um das Grafenloch, eine Höhle oberhalb des Luegsteinsees ebenso, wie über die drei heidnischen Jungfrauen auf der Auerburg oder den Einsiedler beim «Weber an der Wand». Das Projekt «sagen.at» ist die größte deutschsprachige Sagensammlung mit derzeit über 18.000 Texten aus der ganzen Welt. Schwerpunkte sind Österreich und Deutschland. Über jede Region findet man hier spannende Geschichten aus jüngerer und älterer Vergangenheit. Und die Seite wächst beständig, da Texte, Fotos und Hintergrundinformationen von Gästen willkommen sind. Erweitert wurde die Homepage mittlerweile durch ein Volkskunde-Forum, bei dem jeder über unterschiedliche Themenbereiche mitdiskutieren kann.

Vielleicht hilft diese, in aufwendiger und liebevoller Arbeit gestaltete Seite dabei, weitere Details und Geheimnisse der Vergangenheit ans Licht zu bringen. Auf jeden Fall sorgt sie dafür, dass die Überlieferungen des Altertums nicht in Vergessenheit geraten.

Sven Eisermann 09.10.2006
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