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NACHRICHTEN | Lokales | Traunstein
Alpenschamanismus: Kraftorte der Heimat
Ein Skeptiker könnte lachen, das alles als Spinnerei abtun, wäre da nicht der bodenständige Hintergrund: Denn um Mystik und Hokuspokus geht es Limpöck nicht, sondern darum, etwas Uraltes, aber abhanden Gekommenes wieder zu etablieren: Aus der eigenen Heimat Kraft zu tanken. «Wo man wieder versteht, die Natur richtig zu erleben, da findet man auch zu seiner inneren Natur zurück», ist er überzeugt. Die enorme Wesenruhe, die der 47-Jährige ausstrahlt, bestätigt seine Worte.
Rainer Limpöck steht im Alltag mit beiden Beinen auf der Erde, organisiert als Sozialpädagoge bei der bfz in Traunstein Wiedereingliederungslehrgänge für Berufs-Rehabilitanten. In seiner Freizeit will er anderen Menschen bei Exkursionen Kraftorte erlebbar machen, bietet Trommelgruppen an, legt Steine zu «Medizinrädern» und erlebt dabei eine extreme Verbindung zu «Mutter Erde». Kraftorte, die lange Zeit im Stillen lagen und jetzt reaktiviert werden, gibt es in unserer Region viele: Keltenschanzen, der «Langacker» bei Bad Reichenhall - ein Gräberfeld für Brandopfer aus keltischer Zeit -, das «Teufelsloch», eine Felsöffnung, durch die im Lattengebirge die Sonne strahlt, gespaltene Steine, Kirchen, nicht zuletzt der sagenumwobene Untersberg. Wie es genau funktioniert, dass der Mensch Verbindung mit diesen Orten aufnimmt, kann Limpöck nicht erklären. Hilfestellung gibt es bei seinen Exkursionen mit der Geschichte des Ortes, dem Aufmerksam machen auf Naturwesenheiten und Geräusche. Manchmal verwendet er ein Instrument oder Gesang, bis allmählich Ruhe einkehrt - auf den Rest muss sich jeder selbst einlassen, alle seine Sinne gebrauchen.
