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Die Zauberflöte hatte in Erl Premiere.
Foto:Tiroler Festspiele Erl / Rupert Larl

Die Zauberflöte – ein Kinderspiel


Mozarts Zauberflöte, die wahrscheinlich meistgespielte Oper eröffnete die diesjährigen Tiroler Festspiele in Erl.

Die angenehm schlichte Inszenierung setzt gewissermaßen einen Kontrapunkt zu gewohnten Bühnenbildern, vielleicht ein wenig weihevoller Einfluss - Richard Wagner lässt grüßen?
Die Bühne rückt ein wesentliches Element der Erler Festspiele augenfällig ins Zentrum: Das Orchester, das in der Mitte der Spielfläche sitzt und mit Dirigent Gustav Kuhn das Spiel mit flottem Tempo eröffnet. Und sie stellt für dutzende schwarzgekleidete Kinder die Lauffläche dar, die Erler Kinder sind die Effekte, das eigentliche Bühnenbild. Sie stellen die Schlange ebenso wie Taminos Prüfungen dar, oder sie wogen - sichtlich vergnügt - als Erdbeben kreuz und quer.
Tamino in der Lederhose? In der Rolle wirkte Michael Baba anfangs recht unprinzenhaft, erst als sich Johannes Schmidt als Papageno in bunterer Kluft und mit orange auftoupierten Haaren zu ihm gesellt, war die Rollenverteilung klar. Beide lieferten eine ordentliche gesangliche Leistung ab und durften sich darum anschließend nacheinander von der absolut überragenden Anett Frisch in der Rolle der Pamina an die Wand singen lassen. Den zweiten stimmlichen Höhepunkt lieferte Pavel Shmulevich, der als Sarastro mit einem wunderbar angenehmen Basstimbre beeindruckte und ohne die geringste spürbare Anstrengung alle Lagen seines Parts mit konstanter Intensität sang.
Für die Rolle des Sarastro wurde ein interessanter Interpretationsansatz gewagt indem sie auf zwei Darsteller aufgeteilt wurde. Ein Mann für den Gesang und eine Frau für die Sprechpassagen sollen Sarastro als Mensch von einem festgelegten Geschlecht trennen. Ein spannender Denkanstoß, dem es leider nicht vergönnt ist ein Pausengespräch zu sein, denn die Idee erschließt sich auf der Bühne nicht leicht.
Mit ausdrucksstarkem Gesang und Darstellerischer Leistung erfreuten auch die drei Damen, Cornelia Horak, Anahita Ahsef und Martina Tomčić, sowie der schwarz-weiße Monostatos Wolfram Wittekind und Silga Tiruma als Papagena, der in der Oper leider nur das eine Duett vergönnt ist.
So blieb der Auftritt von Cigdem Soyarslan als Königin der Nacht, die mit besonders vielen Koloraturen begann, dann aber ein paar schmerzhafte Schnitzer bereithielt nur ein kleiner Wehrmutstropfen.
Das Konzept der mystischen Atmosphäre geht auf - mit viel Begeisterung bei den kleinsten sowie großen Darstellern und dem Publikum.

Maximilian Hickl 18.07.2010
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