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NACHRICHTEN | Kultur | Region

Puristischer Holländer
Halbzeit bei den Tiroler Festspielen. Mit dem „Fliegenden Holländer” wird die Wagner-Tradition auf dem grünen Hügel in Tirol fortgesetzt.
Erl. Parsifal, Ring, Tristan und Isolde oder die Meistersinger im vergangenen Jahr - Festspielleiter Gustav Kuhn arbeitet sich seit Jahren an den großen Opernwerken Richard Wagners ab, so dass nur noch wenige übrig sind.
Mit dem „Fliegenden Holländer” eröffnete der Maestro am Samstag den Zyklus von Wagners frühen Opern, der bis zum Sommer 2012 abgeschlossen sein soll. In gewohnt puristischer Inszenierung setzte das Geisterschiff im Erler Passionsspielhaus die Segel. Dazu braucht es nicht viel bühnenbildnerischen Aufwand. Ein großes Tuch, blutrot beleuchtet, bringt mehr Effekt als manch aufwendige Holzkonstruktion. Mit einfachen Mitteln an die Essenz der Oper heranzukommen, ist seit Jahren die Philosophie des „Erl-Königs”. Auch beim Holländer ist ihm dies gelungen.
Ein weiteres Tuch in Form eines gigantischen Messers und der Auftritt des Gespensterchores im dritten Aufzug sorgen für Gänsehaut. Vielleicht fehlte der ganz große Effekt beim Finale. Das Orchester hatte Kuhn perfekt im Griff, die Leistung der Solisten war solide, der Chor war zackig. Der Holländer fliegt noch zwei Mal in Erl: am 23. Juli und am 1. August.
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