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Ein Mann mit vielen Gesichtern



Das kann jeder bestätigen, der Jani bei einem seiner Auftritte erlebt hat. Wie er Literatur vorträgt, von Karl Valentin oder Oskar Maria Graf. Von Kurt Tucholsky oder Joachim Ringelnatz. Wie er mit seiner Stimme und seiner Miene spielt. Wie er die Zwerchfelle seiner Zuschauer zum Erschüttern bringt. «Energie in jeder Geste», schreibt die Süddeutsche Zeitung über den 42-Jährigen. «Er gehört zweifellos in die Extraklasse der (Vor)leseverrückten», urteilt der Konstanzer Südkurier. Zwei Jahre habe er Gesangsunterricht genommen und dabei seine Stimme trainiert, erzählt Jani. Im Großen und Ganzen aber ist sein gewaltiges Organ gottgegeben. Genau wie die Mienen, die er zu ziehen vermag. Vor dem Spiegel geübt, das schwört er hoch und heilig, habe er noch nie. «Wenn ich das vorher ausprobieren würde, ginge die Authentizität verloren», glaubt Jani. «Das muss auf der Bühne aus mir rauskommen.» Sein Publikum nennt der Lepperdinger seinen «wesentlichen Partner». Die literarischen Texte, die es mit ihm zusammen auf die Bühne schaffen, wählt er sehr bewusst aus. «Sie brauchen eine Lebendigkeit, die auf der Bühne funktioniert.»

Ernst Jani ist einer, der viel nachdenkt über die Welt und die Menschen. Ein Grübler ist er nicht. Er ist einer, der viel lacht, und behauptet, auch ab und zu grantig zu sein. Glauben will man ihm letzteres nicht so recht. Aber wenn´s denn so wär´, dann würden sicher die Wände im Lepperdinger Haus wackeln, bei Janis Stimmgewalt.

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Sandra Schwaiger 24.04.2007
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