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Untiefen und Felsen auch im Chiemsee
Betriebsleiter der Chiemsee-Schifffahrt: „Der Kapitän hat zu viel riskiert.“
„Der Kapitän tut mir eigentlich leid, er hat versucht, das Optimum für seine Fahrgäste herauszuholen“, meint Herbert Haug, Betriebsleiter der Chiemsee-Schifffahrt. So nahe wie möglich ans
Ufer der italienischen Insel sei er nur deshalb gefahren, um den Passagieren einen bestmöglichen Blick auf den Hafen zu ermöglichen. „Das versuchen wir auf dem Chiemsee ja auch, aber wir gehen keine Risiken ein“, so Haug.
„Felsen und Untiefen gibt es auch im Chiemsee“, erzählt der Schifffahrtsexperte, der 20 Jahre lang in einer Werft am Bodensee tätig war und so ziemlich alles, was im Wasser schwimmt, auch schon selbst gelenkt hat. Allerdings kennen die Schiffsführer der Flotte auf dem bayerischen Meer den See
Untiefen und Felsen auch im Chiemsee wie ihre Westentasche. „Diese Taburouten lassen wir natürlich aus.“
Bei genauerer Betrachtung der Strecke, auf der die havarierte Costa Concordia unterwegs war, hat Herbert Haug festgestellt, dass der Felsen, der das Schiff beschädigt hat, gar nicht in der Satellitennavigationskarte eingezeichnet ist. Als Ausrede lässt er das aber nicht gelten, „es ist eine uralte Regel, sich nicht auf Karten zu verlassen“. Auch weil er in der Gegend früher selbst oft gesegelt ist, weiß Haug, dass Insiderwissen unbedingt nötig ist. „Der Kapitän hat einfach zu
viel riskiert. Damit hat er der Kreuzfahrtindustrie keinen guten Dienst getan.“
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