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„Mia san mia”
Leserbrief zum Artikel: Bitte nur ein DIN-A-4-Blatt
Leserbrief zum Tagebuch „Bitte nur ein DIN-A4-Blatt“ (Ausgabe 21/09):
„Na, das ist ja ein teurer Spaß. Ein - zugegeben sehr anerkannter - Tourismusberater erklärt uns, was wir seit Mitte der siebziger Jahre wissen. Auf den Punkt gebracht herrscht bei uns eine Überfrachtung an ‚Nebenjob-Tourismus’. Unser Feriengebiet zwischen Rosenheimer Land und Berchtesgaden bietet ja eigentlich zahlreiche hervorragende Angebote von Unterkunft bis Märchenpark und von Chiemsee Schiffahrt bis Kulturfestival.... Aber es erfolgt keine koordinierte Vermarktung. Futterneid unter den Anbietern und Gemeinden, Bestandswahrung, politische Motive, Kleindenkerei und fehlendes professionelles Selbstverständnis vieler Dienstleister sind verantwortlich für dieses ‚Patchwork- Gesamtprodukt’.
Diese evolutionär gewachsene „Nicht-Struktur” von Echo am Königssee bis Nacktjodeln auf dem Hochfelln, von Biergarten-Glückseeligkeit bis Alm-‚Rausch’ hat aber auch etwas Gutes. Wir Einheimischen nehmen das mit Zufriedenheit zur Kenntnis. Wir sind authentisch. Selbst die Burger-Ketten und die überall herumliegenden Getränkedosen vom „beflügelten” Nachbarn aus Salzburg bringen uns nicht aus dem Konzept. Der hartnäckige Widerstand gegen großspurige Tourismusprojekte, vor allem auch der jüngeren Generation, hat damit zu tun, dass wir unsere Heimat und uns für ein paar Tourismus Dollar nicht verbiegen wollen. Mia san eben mia. Wenn es denn überhaupt für unsere Region ein tragfähiges Vermarktungskonzept geben kann, dann unsere Lebensart zum Produkt zu erklären und mutig zu publizieren. (...)”
