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Schwimmende Hotels: Kreuzfahrten stehen bei Urlaubern hoch im Kurs.
Foto:Judith Schmidhuber

Schreck vor Reise


Reiselustigen aus der Region ist die Freude auf Schiffsreisen nicht vergangen.

ÜBERSEE, SAALDORF, FRIDOLFING. Ein umgekippter Luxuskreuzer, panische Passagiere in Rettungswesten und ein 70 Meter langer Riss im Heck des Schiffs, der sich schon fast höhnisch den Fernsehkameras präsentiert. Diese Bilder sind am vergangenen Wochenende um dieWelt gegangen. Auch Anton Kern aus Saaldorf-Surheim hat die Berichte verfolgt. Der Kreisobmann des Bauernverbands im Berchtesgadener
Land wollte im nächsten Monat auf Kreuzfahrt gehen - ausgerechnet mit der havarierten „Costa Concordia“. „Ich habe die Bilder im Fernsehen gesehen und dann erst mal den Reiseprospekt herausgeholt.“ Als ihm klar wurde, dass dort dasselbe Schiff abgebildet ist, war er schockiert. „Mein erster Gedanke war: Das hätte uns auch treffen können. Bei dem Anblick wird einem schon ganz
anders.“ Viele Leute hätten ihn in den vergangenen Tagen auch darauf angesprochen. „Es ist schon ungeheuerlich, dass so etwas durch Fahrfehler passieren kann. Und dann wurde die Rettung auch noch zu spät eingeleitet.“

Gemeinsam mit einer 50-köpfigen Reisegruppe wollte Anton Kern die Kreuzfahrt im März antreten. Mit an Bord hätte dann auch Burgi Gschossmann aus Übersee sein sollen. Ein mulmiges Gefühl habe sie
zuerst schon gehabt, als sie die Nachrichten gesehen hat. „Die ganze Familie hat im Fernsehen verfolgt, wie unser Schiff da im Wasser liegt.“ Doch Angst habe sie keine, ganz im Gegenteil:
Die Überseerin möchte baldmöglichst eine andere Schiffsreise machen. „Nach so einem Vorfall passen die Kapitäne sicher noch viel besser auf.“

„Ob wir auf die Schnelle noch ein Schiff bekommen werden, kann ich mir nicht vorstellen“, meint Anton Kern. Er bleibt aber gelassen. „Aber dann müssen wir uns halt um eine andere Reise umsehen. Es
gibt ja genügend.“

Und einen Plan B muss man sich auch bei Marx Reisen überlegen. Bei dem Fridolfinger Reiseunternehmen werden sehr viele Kreuzfahrten gebucht. Zwei große Reisegruppen hätten im nächsten Monat mit der Costa Concordia in See stechen sollen, erzählt Rosmarie Marx. „Wir wissen noch nicht, was uns Costa vorschlagen wird. Die arbeiten momentan Woche für Woche ab, um die Passagiere anderweitig unterzubringen“, erzählt die Reiseexpertin.

Stornierungen seien bisher auch einige eingegangen. „Im erstenMoment waren eben viele schockiert“, vermutet Rosmarie Marx. Doch sie ist sicher, dass sich das wieder legt. „Es haben auch schon viele wieder angerufen und die Stornierung wieder rückgängig gemacht.“

Judith Schmidhuber 18.01.2012
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