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Kunterbunt sind Barbara Saleschs Bilder. Die durch das Fernsehen bekannt gewordene Richterin hat ihre juristische Karriere beendet. All ihre Energie steckt Salesch jetzt in die kreative Arbeit an der Kunstakademie in Bad Reichenhall.
Foto:kb

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„Ich könnte in Ölfarbe baden“


Im Fernsehen hat Barbara Salesch Urteile verhängt. An der Kunstakademie in Bad Reichenhall schwingt sie jetzt den Pinsel anstatt des Richter-Hammers.

REDAKTION: Bevor Sie zum Fernsehen kamen, waren Sie lange Richterin am Landgericht Hamburg. Wo ist der Unterschied zwischen richtigen Verhandlungen und der Show?
Salesch: Das sind zwei völlig verschiedene Berufe, das kann man gar nicht vergleichen. Ich habe für das Fernsehen natürlich meine ganze Erfahrung aus Hamburg mitgebracht, aber es ging um geschriebene Fälle. Ich habe zwar immer versucht, alles so real wie möglich zu machen, aber im Fernsehen geht es in erster Linie um Unterhaltung, sonst guckt ja keiner. Aber dümmer ist man nicht geworden, wenn man meine Sendung geguckt hat.

REDAKTION: Vor Gericht haben Sie sich ein Bild von den Angeklagten gemacht, jetzt malen Sie Bilder. Ist das künftig Ihr Lebensinhalt?
Salesch: Ja. Mit dem Fernsehen reicht es jetzt. Nach Ostern endet die Sendung, und es wird
ein schönes Nachfolgeformat geben. Aber da bin ich nicht mehr dabei, weil ich gar keine Zeit mehr habe. Die Malerei hat mich voll im Griff.

REDAKTION: Schwingt da keine Wehmut mit?
Salesch: Wehmut betrifft nur die persönlichen Verhältnisse. Ich hatte so wunderbare Kollegen
und Mitarbeiter. Und das Verhandeln werde ich vielleicht auch hin und wieder vermissen. Aber ich will mich jetzt anständig auf meinen nächsten Beruf konzentrieren. Ich habe schon immer gesagt, mein drittes Leben ist die Kunst.

REDAKTION: Dabei ist die Kunst für Sie ja kein völlig neues Betätigungsfeld, oder?
Salesch: Nein, ich habe schon vor 20 Jahren angefangen mit Bildhauerei. Wegen des Fernsehens
habe ich dann eine Pause gemacht. Jetzt bin ich wieder eingestiegen, allerdings mit der Malerei. Ich habe die Maler schon immer bewundert, denn während wir noch auf dem Schrottplatz waren und Sachen abgesägt haben, haben die schon ausgestellt. Und ich liebe Farben, ich könnte in Ölfarben
baden. Gebt mir eine Tube, und zwei Sekunden später ist sie auf der Leinwand.

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KATHRIN THOMA-BREGAR 17.01.2012
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