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Eine Sitzgelegenheit hatte Fritz Fischer (55) vorm Schießstand auch noch nie: In der Chiemgau Arena in Ruhpolding nahm der Trainer der deutschen Biathlon- Herren auf dem Roten Bankerl Platz.
Foto:Judith Schmidhuber

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„Biathlon hat’s geschafft“


Kurz vor der WM erzählt Biathlon-Legende Fritz Fischer auf dem Roten Bankerl warum die Sportart so populär ist.

REDAKTION: In den 80er und 90er Jahren hast du deine sportlichen Erfolge gefeiert. Biathlon ist aber erst jetzt die Wintersportart Nummer eins.Was hat sich seitdem geändert?
FISCHER: Damals wurde über Biathlon nur bei Olympia oder den Weltmeisterschaften geredet. Aber heute gibt es große Unternehmen, wie Audi, DKB oder Viessman, die den Biathlon-Weltverband aus der deutschen Wirtschaft sponsern. Jetzt haben die Medien großes Interesse, der Sport ist ein richtiges Highlight geworden. Ich bin früher öfters zu Fußballspielen nachMünchen gefahren und habe die VIP-Zelte, Polizeikontrollen und das alles gesehen und mir gedacht: „Leck mich fett, die haben’s geschafft.“ Und jetzt fahre ich zu Weltcups von mir daheim in Ruhpolding hinter ins Stadion und muss bei drei Kontrollen durch. Da muss ich schon schmunzeln. Jetzt hat das meine Sportart auch geschafft.

REDAKTION: Und die deutsche Mannschaft ist mit dir ganz vorne dabei. Wie viel, glaubst du, hast du dazu beigetragen?
FISCHER: Das weiß ich gar nicht. Mir ist aber nach wie vor wichtig, dass die Menschlichkeit ganz oben steht. Unser Team hier am Stützpunkt macht richtig Spaß, mich freut’s, dass ich mithelfen kann. Aber der richtige Chef ist eigentlich der Athlet, denn der trägt die Startnummer. Er ist in der letzten Konsequenz für alles verantwortlich. Wir Trainer werkeln nur im Hintergrund. Meine Erfahrungen möchte ich an die jungen Sportler weitergeben.

REDAKTION: Die Erwartungshaltung an Biathleten ist hoch. Wie gehen denn gerade junge Sportler mit diesem Druck um?
FISCHER: Wer sich für das Berufsbild Biathlon entscheidet, der wird an den Plätzen 1, 2 und 3 gemessen. Das war zu meiner aktiven Zeit anders, da hat man sich noch über einen 8. Platz gefreut. Aber wenn heute jemand Profi werden will, dann muss ihm klar sein, dass er vor 30.000 Leuten eine Scheibe treffen muss. Und wenn es nicht funktioniert, fehlt es vielleicht an Talent, das muss man sich dann auch eingestehen.

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Judith Schmidhuber 22.02.2012
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