Für das China-Bier vom Traunsteiner Hofbräuhaus wurden extra Etiketten mit chinesischen Schriftzeichen gedruckt.
Foto:Judith Schmidhuber

Traunsteiner Bier für China

Importiertes Statussymbol. Das Hofbräuhaus Traunstein hat China als Exportland für sich entdeckt Die erste Lieferung hat Asien bereits erreicht.

Traunstein. Die Zahl der Bierfans in China steigt. Das Gebräu gilt dort mittlerweile als Lifestyle-Getränk der Besserverdiener. Die Zeichen der Zeit hat das Hofbräuhaus Traunstein erkannt und beliefert seit neuestem auch das Land des Lächelns. 600 Hektoliter Bier umfasst die erste Lieferung: Ein Teil des Traunsteiner Biers hat Asien bereits erreicht, drei Container sind noch per Schiff unterwegs.

„Dunkles Bier schmeckt den Chinesen am besten”, weiß Bräu Bernhard Sailer. Als zweite Sorte wird leichtes Weißbier nach China exportiert. Herausgefunden hat man das in mehreren Biertests im Land des Lächelns. „Wir dachten erst, denen schmeckt Helles am besten”, so Exportleiter Richard Hundhammer. Der vollmundige, malzige Karamelgeschmack der Sorte „Dunkel” hat dann aber doch am besten eingeschlagen.

Den Kontakt nach China hat Richard Hundhammer hergestellt. „Die Zeit war jetzt reif für ein hochwertiges Produkt.” Hochwertig deshalb, weil Bier in China keinesfalls Massenware ist: Etwa sieben Euro kostet die 0,33-Flasche dort. „Bier ist für Chinesen kein gesunder Durstlöscher, sondern ein Genussmittel wie bei uns Wein”, erklärt Hofbräuhaus-Marketingleiterin Katharina Penz. Beliefert werden auch hauptsächlich teure Restaurants und Hotels, Jockey- und Jachtclubs.

„Die Reinheitsgebot kommt dort sehr gut an. Es freut uns und macht uns auch stolz, dass unser Bier weltweit gewürdigt wird”, so Bernhard Sailer, der Chef einer exporterfahrenen Brauerei ist. Wichtigstes Exportland für das Hofbräuhaus Traunstein ist Italien. Geliefert wird auch nach Österreich, in die USA, Südafrika und Russland.

Auch nach China sollen nach und nach größere Mengen des Traunsteiner Bieres geschickt werden. Und dass, obwohl Asiaten gar nicht so viel Bier vertragen. „Ihnen fehlt das Enzym zum Alkoholabbau”, schmunzelt Sailer. „Aber vielleicht wächst es ihnen noch.” Dazu kommt, dass chinesisches Bier etwa drei Prozent Alkohol hat, das Hofbräuhaus-Dunkel dagegen fünf Prozent. „Für die ist das wie ein Bock”, lacht Richard Hundhammer, der bei seinen China-Besuchen schon öfter ein Bierchen mit den Einheimischen gekippt hat. „Die bekommen erst einen Ausschlag am Hals und dann einen knallroten Kopf.”

Mitte September wird die Markteinführung des Hofbräuhaus-Biers in China groß gefeiert. Dazu wird vor Ort kräftig die Werbetrommel gerührt. Sogar Hongkongs Bürgermeister und chinesische Fernsehsender haben sich dazu angesagt. Ein Zeichen dafür, dass Bier in China ganz groß im Kommen ist. Bräu Bernhard Sailer hat das überrascht: „Wir haben nicht damit gerechnet, dass es so gut ankommt.”

Judith Schmidhuber 27.07.2010

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