Mit einem Mindestgebot von 199.000 Euro wird die Auktion im Haus am Böcklweiher beginnen.
Foto:Nowak Immobilien

Haus unter dem Hammer

Ungewöhnlich. Es ist bayernweit eine Seltenheit: In Böcklweiher bei Bischofsweisen wird ein Einfamilienhaus versteigert - ganz ohne Zwang.

Bischofswiesen. „Der Verkäufer hat sich ganz bewusst zu diesem Schritt entschieden”, erklärt der Berchtesgadener Immobilienwirt Armin Nowak. Anders als bei einer durch ein Gericht angeordneten Zwangsversteigerung handelt der Hausbesitzer also völlig freiwillig.

Obwohl theoretisch jeder sein Haus versteigern statt verkaufen kann, nutzen diese Möglichkeit zumindest in Bayern nur wenige: „Ich glaube, dass es einige wenige Immobilienauktionen im Münchner Raum gab”, erzählt Nowak. Er selber hat Erfahrung mit Hausversteigerungen. Vor ziemlich genau acht Jahren organisierte er schon einmal eine Auktion. Damals stand die frühere „Villa Otto” im Zentrum von Berchtesgaden zur Versteigerung. 60 Interessenten kamen zur Auktion, ein Käufer fand sich aber nicht. „Das Mindestgebot lag damals aber auch bei 400.000 Euro”, erklärt der Immobilienwirt.

Das Einfamilienhaus mit traumhaften Blick auf den Böcklweiher und die Berchtesgadener Berge ist schon für knapp die Hälfte zu haben. Das Anfangsgebot liegt bei 199.000 Euro. Weil es auch schon einige Kaufinteressenten gibt, ist Armin Nowak zuversichtlich, dass seine zweite Auktion ein erfolgreiches Ende finden wird.

Das renovierungsbedürftige Einfamilienhaus aus dem Jahr 1955 sei „ideal für Handwerker”, so Nowak. Es gäbe Gutachten, die davon ausgingen, dass eine Komplettsanierung zwischen 100.000 und 150.000 Euro kosten würde. Die acht Zimmer bieten eine Wohnfläche von 144 Quadratmetern. Das Gründstück mit großzügigem Garten, Garage und Stellplatz ist 560 Quadratmeter groß.

Unter den Hammer wird das Einfamilienhaus am Dienstag, 3. September, um 15 Uhr kommen. Die Auktion findet direkt im Haus statt. Neben Auktionator Armin Nowak ist auch ein Notar anwesend. Wer ein Gebot abgibt, der muss zehn Prozent des Mindestgebots als Sicherheitsleistung vorweisen. „Mit einer Bankbürgschaft, einem bestätigten Scheck oder Bargeld”, zählt Immobilienwirt Nowak auf.

Ein „fairer Preis” sei oft das Ergebnis einer Auktion, erklärt der Berchtesgadener: „Die Interessenten geben ihre Gebote ab und das höchste Gebot erhält den Zuschlag - das ist ein flexibler Preisfindungsmechanismus, der beim Verkauf in der Regel zum aktuellen Marktpreis führt.”

Nowak verhehlt nicht, dass die Auktion auch für ihn etwas Besonderes ist: „Ich bin immer mal wieder gerne Pionier”, sagt er. Wenn alles gut läuft, dann könnte er sich vorstellen, bald wieder eine Hausversteigerung durchzuführen. „Ich habe da eventuell noch ein Objekt in Marktschellenberg”, verrät er.

Das Versteigerungsexposé zum Haus am Böcklweiher und weitere Informationen, eventuell zur Möglichkeit einer Besichtigung, sind bei Armin Nowak zu erhalten.

Sandra Schwaiger 20.07.2010

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