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Die Hauptrolle in „Eine ganz heiße Nummer“ hat Bettina Mittendorfer aus Traunstein bei einem breiten Publikum bekannt gemacht.
Foto:kb

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Schauspielerisches Naturtalent

Bettina Mittendorfer gilt als Newcomerin des Jahres, dabei steht sie schon seit Jahren auf der Bühne


BAD REICHENHALL - Die Komödie „Eine ganz heiße Nummer“ verhalf Bettina Mittendorfer (41) in diesem Jahr zum großen Durchbruch. Freunden der Kleinkunstbühne ist die gebürtige Niederbayerin aber schon lange ein Begriff, vor allem ihr Spiel der „Heiligen Nacht“. Bei ihrem Auftritt in Bad Reichenhall nahm Mittendorfer auf dem Roten Bankerl Platz.

REDAKTION: Wie viel Mittendorfer steckt in dem „Heilige Nacht“-Auftritt und warum trinken Sie auf der Bühne so viel Bier?
MITTENDORFER: Das Original stammt von Ludwig Thoma und ich spiele es auch so, wie er es gedichtet hat, es ist kein einziger Satz ausgelassen. Ich habe lediglich alles in die Ich-Form gebracht, weil es sich dann besser aufführen lässt. Und das mit dem Bier habe ich mal bei einem alten Komödienstadel gesehen. Da hat einer getrunken und getrunken und das hat mir gut gefallen, das ist so schön bayerisch. Und wenn einer betrunken ist, kann er wirklich aus dem Vollen schöpfen, die Zuschauer verzeihen ihm vieles.

REDAKTION: Worin liegt die Aktualität der Geschichte?
MITTENDORFER: Ich finde die sozialkritische Botschaft der Heiligen Nacht und dass Jesus ein
Kind der Armen war, zeitlich völlig ungebunden. Die Geschichte könnte immer spielen, auch heute. Genauso zeitlos ist die Poesie, mit der Thoma die Natur und das Zwischenmenschliche beschrieben hat.
Obwohl ich feststellen muss, dass das Publikum vor zehn Jahren viel mehr bereit war, den wirklich armen Josef und seine Not zu sehen. Da gehen die Leute heute nicht mehr so mit, vielleicht weil sie selbst so viele Probleme haben und Ablenkung suchen.

REDAKTION: Sie haben ursprünglich Floristin gelernt. Was hat Sie auf die Bühne verschlagen?
MITTENDORFER: Nach der Schule habe ich erst mal eine Ausbildung gemacht und mir war völlig egal, welche. Ich wusste: Das mache ich sowieso nicht für den Rest meines Lebens. Und ich wollte ich nicht mehr so anstrengen müssen im Kopf, sondern einfach mal ein bisschen arbeiten. Allerdings ist mir als Floristin dann doch schnell langweilig geworden und ich bin weiter auf die Fachoberschule gegangen. Zum Studieren ist mir aber überhaupt nichts eingefallen. Ich wollte Freude haben an dem, was ich tue, und singen und tanzen - und dann ist mir schließlich die Idee zur Schauspielerei gekommen.

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KATHRIN THOMA-BREGAR 02.01.2012
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